Moderne Konzepte der individuellen Förderung unserer Schülerinnen und Schüler

Die Hehlentorschule gehört mit zu den ältesten Schulen in Celle und als größte Grundschule im Stadtgebiet hat sie in der Vergangenheit schon immer pädagogische Innovationen initiiert oder aktiv unterstützt.

Inklusive Schule
Der Gedanke und die damit auch verbundene Haltung zu einer inklusiven Schule, wie sie seit 2013 von der Landesregierung propagiert wird, beschäftigt die Hehlentorschule schon seit nun mehr 10 Jahren. Es waren die Begegnungen mit finnischen Lehrerinnen und Lehrern aus unserer Partnerstadt Hämeenlinna und die sehr enge Kooperation mit den Kindertagesstätten, die uns schon lange vor 2013 zu der Erkenntnis haben kommen lassen, dass die Beteiligung aller an der Bildung auch von Vorteil für alle ist.
Wer ausgegrenzt wird, fühlt sich grundsätzlich nicht dazugehörig und überlegt sich auf negative Art und Weise, wie er denn auf sich aufmerksam machen kann. Die inklusive Schule entwickelt Wege, die die Teilhabe aller an Bildung unterstützt und fördert. Da sind wir aktiv dabei.

Eingangsstufe
Die Einführung der jahrgangsübergreifenden Eingangsstufe 2010 und die gleichzeitige Einrichtung von Integrationsklassen waren die ersten Schritte, um möglichst allen Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre Grundschule zu besuchen. Das hatte zur Folge, dass kein Kind mehr vom Schulbesuch zurückgestellt werden musste und die Eltern, deren Kinder bereits in der Kindertagesstätte integrativ betreut wurden, konnten die integrative Beschulung an der für sie zuständigen Grundschule fortsetzen, ohne an eine Förderschule wechseln zu müssen. Das Konzept Eingangsstufe wird in den kommenden 3 Schuljahren reformiert durch die aufsteigende Einführung des Eingangstufen- und Aufbaumodells.

Jahrgangsübergreifendes Lernen 1-4 (JÜL)
Wir setzen diesen Weg konsequent fort und unterrichten in sechs unserer 11 Eingangsstufenklassen aufsteigend die Jahrgänge 1 – 4 gemeinsam. So können wir den unterschiedlichen „Geschwindigkeiten“ unserer Schülerinnen und Schüler beim Lernen noch gezielter begegnen. Das jahrgangsübergreifende Lernen 1 -4 (JÜL) läuft bis zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 aus und wird dann durch das Konzept Eingangsstufe- und Aufbaustufe ersetzt.

Konzept Eingangs- und Aufbaustufe an der HTS

Vorbemerkungen

Schüler*innen und Lehrkräfte aller Schulformen erleben alltäglich wie sehr Kinder und Heranwachsende sich unterscheiden. In den Klassen befinden sich Schüler*innen, die verschieden alt sind, auf unterschiedlichen Leistungsniveaus und mit unterschiedlichen Strategien lernen, aus verschiedenen Familien, Schichten und Kulturen kommen, sich als Mädchen und Jungen vielfältig inszenieren und sich zu einzigartigen Persönlichkeiten entwickelt haben.

Als Konsequenz hat sich das Kollegium der Hehlentorschule bereits vor 10 Jahren einstimmig dazu entschieden, die jahrgangsgemischte Eingangsstufe einzuführen. Vorbereitet wurde die Einführung der EGS durch die Zusammenarbeit mit den Kitas im Brückenjahr, der Arbeit in Arbeitsgruppen sowie zahlreiche Hospitationen an anderen Schulen. Begleitet wurde der Prozess durch Evaluationen mit einem außerschulischen Berater. Hier stellte sich der Übergang aus der Eingangsstufe in die Jahrgangsklasse als neues konzeptionelles Arbeitsfeld heraus.

Im Schuljahr 2015/ 16 wurde die positive Arbeit in der EGS in einigen Klassen ausgeweitet zu jahrgangsübergreifendem Lernen 1 – 3 und im folgenden Schuljahr zu JüL-Klassen 1 – 4. Seitdem gab es an der HTS zwei verschiedene Systeme, die von Eltern der Schulanfänger*innen angewählt werden konnten.

Das sich jährlich ändernde und im Vorfeld nicht zu kalkulierende Anwahlverhalten der Eltern (JüL war kein vertrautes Modell) führte u.a. zu organisatorischen Schwierigkeiten bei der Klassenbildung. Im November 2017 entschied das Kollegium der Hehlentorschule einstimmig, zu einem gemeinsamen System zurückzukehren. Im Folgenden wurden verschiedene Systeme auf Vor- und Nachteile sowie auf Umsetzbarkeit geprüft.  Eine Prozessbegleiterin unterstützt die Schule dabei seit 2017. Da das Eingangsstufen-/ Aufbaustufenmodell im Kollegium am meisten Unterstützung erhielt, wurde die Arbeit an diesem Modell intensiviert. Das geschah durch Einholen von Informationen von anderen Schulen (Hospitationen, Gespräche mit Kolleg*innen und Schulleiter*innen) sowie durch interne Arbeitsgruppen. Im Januar 2019 wurden die gesammelten und erarbeiteten Ergebnisse im Rahmen einer Klausurtagung diskutiert und beurteilt. Im Rahmen eines Planspiels wurde vom Kollegium der Hehlentorschule die personelle Umsetzbarkeit überprüft und positiv bewertet.

Am 6. Februar 2019 entschied sich das Kollegium der HTS mit großer Mehrheit, das Eingangsstufen-/ Aufbaustufenmodell ab dem Schuljahr 2019/ 20 schrittweise einzuführen und den Prozess weiterhin mit einer externen Beraterin zu evaluieren.

Grundsätzliches

Alle schulpflichtigen Kinder werden eingeschult. Das Zurückstellen von Kindern sowie das „Ausschulen“ entfallen. So wird der Grundsatz „Alle wollen dazugehören“ im Schulalltag umgesetzt.

Der Besuch sowohl der Eingangsstufe als auch der Aufbaustufe kann 1 bis 3 Jahre dauern.

Am Ende eines Schuljahres verlassen die Kinder die Lerngruppe, die über die Kompetenzen verfügen, die das Kerncurriculum für die 2. bzw. 4. Jahrgangsstufe vorgibt.

Kinder, die besondere Unterstützung benötigen, werden nach ihren individuellen Bedürfnissen gefördert und gefordert. Dabei arbeiten die Förderschullehrkräfte mit den Klassen- und Fachlehrkräften eng zusammen.

Konzept für Eingangsstufe & Aufbaustufe

Schule ohne Noten
Wenn man so arbeitet, ist es nur konsequent auch über die ausgrenzende Funktion von Noten zu diskutieren. Noten fördern den Vergleich von Schülerinnen und Schülern einer Lerngruppe untereinander. Die individuellen Lernfortschritte können durch Noten nur sehr begrenzt zum Ausdruck gebracht werden. Deshalb haben wir Kompetenzrasterzeugnisse entwickelt (z.Zt. nur für den 3. + 4. Jahrgang). Grundlage hierfür ist der Beschluss der  Gesamtkonferenz vom 14.12.2016.

Sprachlernklasse
Bleibt noch unser „Klassiker“, die Sprachlernklasse. Hier werden die Kinder beschult, die ohne deutsche Sprachkenntnisse zu uns kommen. Haben wir diese Kinder früher bis zu zwei Jahre in dieser Klasse unterrichtet, so nutzen wir inzwischen jede Gelegenheit, die Schülerinnen und Schüler nach kürzester Zeit in die Regelklasse wechseln zu lassen. Oft gelingt uns das schon nach wenigen Wochen.

Der Weg hin zu einer inklusiven Schule ist an der Hehlentorschule keine leere Worthülse. Schritt für Schritt schaffen wir die inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen mit einem engagierten Team, das mit der entsprechenden Haltung für die Umsetzung dieser Schritte sorgt.